Kurz gesagt: Bei offenem Gelände reicht Photogrammetrie und ist günstiger. Sobald Vegetation im Spiel ist, führt an LiDAR kein Weg vorbei – weil nur der Laser den Boden unter den Baumkronen erreicht.
Zwei Verfahren, dieselbe Drohne
Beide Methoden fliegen mit demselben Gerät, liefern aber grundsätzlich Verschiedenes. Photogrammetrie rechnet aus überlappenden Luftbildern ein 3D-Modell. LiDAR misst aktiv mit Laserimpulsen die Entfernung zum Boden.
Der Unterschied klingt technisch, hat aber sehr praktische Folgen für Ihr Projekt.
Photogrammetrie: was das Bild zeigt
Die Kamera sieht nur die Oberfläche. Bei einer Wiese, einer Baustelle, einem Dach oder einer Kiesgrube ist das genau richtig – die Oberfläche ist das Gelände.
Stärken: echte Farben, hohe Bildauflösung, günstiger, zusätzlich entsteht ein Orthofoto, auf dem man Details am Bildschirm prüfen kann.
Grenzen: Bewuchs, Wasserflächen, spiegelnde oder texturlose Oberflächen. Über einem Getreidefeld liefert Photogrammetrie die Höhe der Ähren, nicht des Bodens.
LiDAR: was unter der Vegetation liegt
Der Laser sendet pro Sekunde Hunderttausende Impulse. Ein Teil davon trifft Blätter und Zweige, ein Teil findet den Weg bis zum Boden. Aus diesen Bodenpunkten entsteht ein Geländemodell, das den Untergrund zeigt statt der Kronen.
Stärken: Durchdringung von Vegetation, funktioniert auch bei schwierigem Licht, erfasst dünne Strukturen wie Leiterseile und Masten sauber.
Grenzen: teurer, weniger Farbinformation, bei sehr dichtem Nadelwald erreichen weniger Impulse den Boden.
Die Entscheidung in drei Fragen
- Ist die Fläche bewachsen? Wald, hohe Böschungen, Gestrüpp, Uferbereiche → LiDAR.
- Brauchen Sie den Boden oder die Oberfläche? Für Massenberechnung eines Kieshaufens reicht die Oberfläche. Für die Planung einer Zuwegung durch den Wald brauchen Sie den Boden.
- Sind dünne Strukturen wichtig? Freileitungen, Zäune, Geländer erfasst LiDAR deutlich zuverlässiger.
Typische Fälle aus der Praxis
- Windpark im Wald: LiDAR. Zuwegung, Kranstellflächen und Kabeltrasse werden im echten Gelände geplant, nicht auf Kronenhöhe.
- Kiesgrube, Haufwerke: Photogrammetrie. Offene Fläche, Oberfläche ist das Ziel, Orthofoto als Zugabe.
- Dachvermessung für PV: Photogrammetrie. Farbinformation hilft bei der Beurteilung von Aufbauten und Zustand.
- Freileitungstrasse: LiDAR. Leiterseile, Masten und der Bewuchs darunter in einem Durchgang.
- Landwirtschaftliche Fläche im Winter: Photogrammetrie reicht, solange nichts steht.
Was es beim Preis ausmacht
LiDAR-Aufnahmen sind aufwendiger in Ausrüstung und Auswertung, in der Regel liegen sie spürbar über einer vergleichbaren Photogrammetrie. Wer bei bewachsenem Gelände trotzdem am Verfahren spart, zahlt es später doppelt: Ein Geländemodell, das die Vegetation abbildet, ist für Erdmassen und Trassenplanung schlicht unbrauchbar.
Und wenn beides sinnvoll ist?
Das kommt häufiger vor, als man denkt. Bei einem Projekt mit offenen und bewaldeten Abschnitten kombinieren wir: LiDAR für den Wald, Photogrammetrie für die freie Fläche, ein gemeinsames Modell am Ende. Auch das entscheidet sich am Gelände, nicht am Katalog.
Fazit
Die richtige Frage ist nicht „Was ist besser?“, sondern „Was steht auf der Fläche?“. Schicken Sie uns die Lage und eine grobe Größe – wir sagen Ihnen, welches Verfahren passt und was der Unterschied im Preis bedeutet.
Projekt zu diesem Thema?
Schildern Sie uns kurz die Aufgabe – wir sagen Ihnen, welches Verfahren sinnvoll ist und welche Daten Sie tatsächlich brauchen. Auch dann, wenn eine einfachere Lösung reicht.
